Allein sein

Die Wahrheit ist: gerade wir Möpse müssen bei Euch im Rudel sein. Wir wollen überall dabei sein. Auch auf dem Klo. Deshalb ist es ideal, wenn ein Mensch aus dem Rudel immer zuhause ist. Aber leider müsst Ihr in der Regel das Geld für unser Futter verdienen und wir müssen lernen, dass wir auch mal ohne Euch auskommen müssen. Das ist auch sinnvoll, denn wir können ja nicht überall mit hin (in die Oper? Ins Krankenhaus?). Ich, Suki, habe das Glück, an einigen Tagen in der Woche, Frauchen zur Arbeit begleiten zu dürfen, an anderen Tagen muss ich daheim bleiben. Ich musste es aber erst lernen, dass mir nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Das kam so: Erstmal hat sich meine Familie Urlaub genommen, um nicht aus dem Haus zu müssen, als ich kam. Vor allem in der ersten Woche war immer jemand bei mir. Wenn ich dann mal in meine Box geklettert bin, hat Frauchen darin mit mir gespielt, die Tür zugemacht, die Tür eine halbe Sekunde später wieder aufgemacht und weitergespielt. Nach und nach blieb die Tür ein ganz klein wenig länger zu. Frauchen saß aber daneben. Dann durfte ich einen Kong in meiner Box ausschlecken. Frauchen hat die Tür zuerst aber nur ganz kurz zugemacht, später länger. Wir haben so lange geübt, bis ich mit Kong und Knabberstange länger und mit Tür zu zufrieden in meiner Box saß. Frauchen ist dann auch mal kurz in den Nebenraum gegangen, Wäsche wegbringen, und war sofort wieder da.



Frauchen hat unsere Box bei www.loxxing.com gekauft. Dort kann man seine Box gratis besticken lassen; das fand Frauchen toll! Toll findet die Box auch unser Kumpel Jasper, der gerne als Fotomodell posierte.)

Überhaupt, meine Box. Für mich als Schulmops ist es wichtig, dass mir die Box supergut gefällt. Deshalb haben wir gleich von Anfang an spielerisch geübt. Eine Box wird als Rückzugsort im Klassenzimmer stehen und wenn ich darin bin, darf mich niemand stören!



Eines Tages, als ich wieder einmal in der Wohnung unterwegs war, hat sich Frauchen die Schuhe und die Jacke angezogen und den Schlüssel genommen, hat den Schlüssel wieder weggehängt und Schuhe und Jacke wieder ausgezogen. Das hat sie öfter gemacht. Sie hat mich dabei aber nicht beachtet. Dann ist sie mit Schuhen, Jacke und Schlüssel aus der Haustür gegangen, hat die Tür geschlossen und kam gleich wieder rein. Sie hat ihre Abwesenheit halbminutenweise ausgedehnt, mal den Müll rausgebracht oder etwas hereingeholt, aber sie hat kein Gedöns dabei um mich gemacht. Schließlich hat sie den Automotor angelassen und wieder abgestellt. Sie ist vom Hof gefahren und gleich wiedergekommen. Sie hat eben einen Brief weggebracht und ist dann auch wieder da gewesen. Als es so weit war, dass sie länger wegbleiben konnte, habe ich einen gefüllten Kong zum Abschied bekommen, auch wenn ich sagen muss, dass Frauchen sich ansonsten während des Abschieds und der Begrüßung äußerst zurückhaltend angestellt hat.

So kann man es aushalten, allein zu sein. Länger als 4-5 Stunden allein sein ist Tierquälerei! Wer seinen Hund regelmäßig länger über acht Stunden allein lassen müsste, wäre für die Hundehaltung nicht geeignet! Ich hab's ja noch gut: um mein Rudelgefühl wieder aufzutanken, darf ich ja auch nachts bei meinem Rudel sein - im Schlafzimmer! Und ich habe Hopi und Saschi dabei!

Eine gute Anleitung für's Training zum Alleinsein findet Ihr auf der Homepage http://tsv-noris.selzer-web.de/, die von Frauke Loup und Perdita Lübbe-Scheunemann zur Verfügung gestellt wurde. Hier gibt's auch Tipps für ältere Hunde, z.B. aus dem Tierschutz, die bereits Verlassensängste haben! Klickt auf das Kapitel "Trennungsangst". (Leider ist die Internetadresse nicht immer direkt erreichbar. Googelt in dem Fall "tsv noris".)