Klicker
Habt Ihr damals in Bio gut aufgepasst? Dann habt Ihr bestimmt schon mal von den "Pawlowschen Hunden" gehört, dem Standardbeispiel der klassischen Konditionierung:

Iwan Petrowitsch Pawlow wies mit Hilfe seiner Hunde nach, dass aus einem für den Hund eigentlich unbedeutenden und neutralen Reiz in Form eines Klingelzeichens ein sehr bedeutsamer Reiz werden kann, wenn sofort nach dem Klingeln eine Futtergabe erfolgt. Pawlows Hunde fingen dann schon an zu sabbern, wenn nur der Klingelton ertönte. Sie waren schließlich auf das Klingelzeichen konditioniert. In der Verhaltenstheorie ist das Lernen durch positive Bestärkung im Gegensatz zum Lernen durch Bestrafung.
Genau diese Zusammenhänge nutzt das Training mit dem Klicker aus. Der Klicker ist ein Knackfrosch, der, wenn Ihr ihn richtig drückt, ein "Klick-Klack" ertönen lässt. Immer, wenn Euer Möpschen etwas richtig macht, klickert Ihr sofort und gebt ihm anschließend ein Leckerli. Schon während das "Klick-Klack" ertönt, weiß Euer Hund, dass er richtig gehandelt habt und belohnt wird. Dies ist Lernen durch Erfolg! Euer Hund achtet auf Euch, denn er möchte ja bald wieder geklickert und belohnt werden! Das macht Euch beiden Spaß, und Euer Mops ist kein bloßer "Befehlsempfänger" mehr, sondern Euer Partner!
Man hat herausgefunden, dass eine Bestärkung erwünschten Verhaltens viel effektiver in der Erziehung wirkt als Bestrafung. Sicher, jahrzehntelange Hundeerziehung hat gezeigt, dass ein Hund auch durch Schmerz lernt und dann unerwünschtes Verhalten nicht mehr zeigt. Aber damit das effektiv auftritt, müsstet Ihr sofort und immer und dolle strafen! Wollt Ihr einen dauergestressten Mops? Und Ihr wisst doch selbst: Lernen unter Stress ist nur schlecht möglich! Lernen mit dem Klicker ist Denksport (für Euren Hund)!

Geklickert werden kann ebenso in der Grunderziehung wie beim Beibringen von Kunststückchen.
Das Allerwichtigste beim Klickern ist Timing! Euer Hund stellt den Zusammenhang zwischen Handlung und Konsequenz höchstens eine Sekunde her! (Deshalb ist es ja auch so sinnlos, für eine Pfütze in der Wohnung nach dem Heimkommen zu schimpfen. Euer Hund ordnet die Schimpfe nicht mehr seinem Pipi zu.) Wenn Ihr also in der Erziehung positiv bestärken wollt, habt Ihr ein Zeitfenster von max. einer Sekunde. Oft habt Ihr da noch nicht mal Luft geholt, um ihn zu loben. Oder: Euer Möpslein schickt sich an, wegzulaufen. Ihr ruft ihn, er reagiert, dreht sich um und schaut Euch an. Um in positiv zu bestärken, müsstet Ihr nun in einer Sekunde zu ihm fliegen, um ihm ein Leckerli zu geben. Aaaaaber: wenn Ihr nun in der Sekunde klickert, in der er Euch anschaut, weiß er: "Ich hab's richtig gemacht, habe auf mein Frauchen geachtet und jetzt gibt's ein Leckerli!" - und er kommt zu Euch.
Also: "Klick-Klack" wird in der Sekunde ausgeführt, in der das gewünschte Verhalten auftritt. Euer Mops weiß dann, dass genau das Verhalten richtig ist. Er beendet es und holt seine Belohnung ab. Das Klickern ist ein Versprechen: kein "Klick-Klack" ohne Belohnung! Selbst, wenn Ihr mal aus Versehen klickt: die Belohnung ist trotzdem fällig. Wollt Ihr ein Verhalten zu Anfang richtig festigen, nehmt am besten die tollste und leckerste Belohnung, die Ihr finden könnt. Mal ehrlich: für 10.000 Euro würdet Ihr selbst doch auch so einiges auf die Beine stellen - - - und für 10 Cent???
Den Nährwert der Leckerlis könnt Ihr ja beim Futter wieder abziehen. Oder Ihr schneidet die Leckerlis klitze-klitze-klein.

Pawlows Hunden war die Klingel anfangs völlig egal. "Klick-Klack" ist Eurem Mops auch völlig schnurz. Er muss erst lernen, das Geräusch mit etwas Angenehmen zu verknüpfen. Und das macht Ihr wie einst Pawlow. Ihr klickt und belohnt ihn. Klickt und belohnt ihn. Ganz oft hintereinander. Dann ist die Verknüpfung hergestellt. Mit Hilfe des Klickers lernt Euer Möpslein bereits ab dem ersten Tag, an dem er bei Euch ist, genauso wie ein bereits älterer Hund.
Nun könnt Ihr den Klicker zielgenau einsetzen. Euer Mops setzt sich - klick - Belohnung. Euer Hund legt sich - klick - Belohnung. Er geht manierlich neben Eurem Bein - klick - Belohnung.
Das Ganze verknüpft Ihr bald danach zeitgleich mit Anweisungen ("Sitz"/"Platz!"/"Fuß!" - oder was immer Ihr möchtet) und Handzeichen. Es müssen aber immer dieselben Wörter und Sichtzeichen sein.
Auch die üblicherweise beschriebenen Übungen zum Beibringen von "Sitz!" und "Platz!", in dem Ihr ein Leckerli entweder über den Mopskopf oder runter zu den Pfoten führt, kann mit Klickern verstärkt werden. Es ist auch möglich, manche Dinge mit Klicker und andere Dinge ohne Klicker beizubringen. Generell gilt: Klappt der erste Übungsschritt mit Klicker gut, dürft Ihr von Eurem Mops erwarten, dass er sein Verhalten einen kleinen Schritt mehr in Richtung "Perfektion" zeigt, bevor Ihr klickt + belohnt. Auf diese Weise wird das Zeigen von gewünschtem Verhalten in viele kleine Lernschritte unterteilt. Ist das Verhalten schließlich komplett da, gefestigt und automatisiert, braucht Ihr nicht weiter zu klickern, dann "sitzt" es!
Seid Ihr neugierig auf's Klickern geworden? Dann lest erst einmal weiter, bevor Ihr ans Werk geht. Wie Ihr Eurem Hund einzelne Kommandos gut getimed bei"klickert" und was vor allem auch bei älteren Hunden zu beachten ist, die bereits eine auf Strafe ausgerichtete Erziehung erlitten haben (sog. Cross-Over-Hunde), das erfahrt Ihr im Web z.B. unter www.clicker.de oder Ihr lest zum Beispiel...


Iwan Petrowitsch Pawlow wies mit Hilfe seiner Hunde nach, dass aus einem für den Hund eigentlich unbedeutenden und neutralen Reiz in Form eines Klingelzeichens ein sehr bedeutsamer Reiz werden kann, wenn sofort nach dem Klingeln eine Futtergabe erfolgt. Pawlows Hunde fingen dann schon an zu sabbern, wenn nur der Klingelton ertönte. Sie waren schließlich auf das Klingelzeichen konditioniert. In der Verhaltenstheorie ist das Lernen durch positive Bestärkung im Gegensatz zum Lernen durch Bestrafung.
Genau diese Zusammenhänge nutzt das Training mit dem Klicker aus. Der Klicker ist ein Knackfrosch, der, wenn Ihr ihn richtig drückt, ein "Klick-Klack" ertönen lässt. Immer, wenn Euer Möpschen etwas richtig macht, klickert Ihr sofort und gebt ihm anschließend ein Leckerli. Schon während das "Klick-Klack" ertönt, weiß Euer Hund, dass er richtig gehandelt habt und belohnt wird. Dies ist Lernen durch Erfolg! Euer Hund achtet auf Euch, denn er möchte ja bald wieder geklickert und belohnt werden! Das macht Euch beiden Spaß, und Euer Mops ist kein bloßer "Befehlsempfänger" mehr, sondern Euer Partner!
Man hat herausgefunden, dass eine Bestärkung erwünschten Verhaltens viel effektiver in der Erziehung wirkt als Bestrafung. Sicher, jahrzehntelange Hundeerziehung hat gezeigt, dass ein Hund auch durch Schmerz lernt und dann unerwünschtes Verhalten nicht mehr zeigt. Aber damit das effektiv auftritt, müsstet Ihr sofort und immer und dolle strafen! Wollt Ihr einen dauergestressten Mops? Und Ihr wisst doch selbst: Lernen unter Stress ist nur schlecht möglich! Lernen mit dem Klicker ist Denksport (für Euren Hund)!
Geklickert werden kann ebenso in der Grunderziehung wie beim Beibringen von Kunststückchen.
Das Allerwichtigste beim Klickern ist Timing! Euer Hund stellt den Zusammenhang zwischen Handlung und Konsequenz höchstens eine Sekunde her! (Deshalb ist es ja auch so sinnlos, für eine Pfütze in der Wohnung nach dem Heimkommen zu schimpfen. Euer Hund ordnet die Schimpfe nicht mehr seinem Pipi zu.) Wenn Ihr also in der Erziehung positiv bestärken wollt, habt Ihr ein Zeitfenster von max. einer Sekunde. Oft habt Ihr da noch nicht mal Luft geholt, um ihn zu loben. Oder: Euer Möpslein schickt sich an, wegzulaufen. Ihr ruft ihn, er reagiert, dreht sich um und schaut Euch an. Um in positiv zu bestärken, müsstet Ihr nun in einer Sekunde zu ihm fliegen, um ihm ein Leckerli zu geben. Aaaaaber: wenn Ihr nun in der Sekunde klickert, in der er Euch anschaut, weiß er: "Ich hab's richtig gemacht, habe auf mein Frauchen geachtet und jetzt gibt's ein Leckerli!" - und er kommt zu Euch.
Also: "Klick-Klack" wird in der Sekunde ausgeführt, in der das gewünschte Verhalten auftritt. Euer Mops weiß dann, dass genau das Verhalten richtig ist. Er beendet es und holt seine Belohnung ab. Das Klickern ist ein Versprechen: kein "Klick-Klack" ohne Belohnung! Selbst, wenn Ihr mal aus Versehen klickt: die Belohnung ist trotzdem fällig. Wollt Ihr ein Verhalten zu Anfang richtig festigen, nehmt am besten die tollste und leckerste Belohnung, die Ihr finden könnt. Mal ehrlich: für 10.000 Euro würdet Ihr selbst doch auch so einiges auf die Beine stellen - - - und für 10 Cent???
Den Nährwert der Leckerlis könnt Ihr ja beim Futter wieder abziehen. Oder Ihr schneidet die Leckerlis klitze-klitze-klein.
Pawlows Hunden war die Klingel anfangs völlig egal. "Klick-Klack" ist Eurem Mops auch völlig schnurz. Er muss erst lernen, das Geräusch mit etwas Angenehmen zu verknüpfen. Und das macht Ihr wie einst Pawlow. Ihr klickt und belohnt ihn. Klickt und belohnt ihn. Ganz oft hintereinander. Dann ist die Verknüpfung hergestellt. Mit Hilfe des Klickers lernt Euer Möpslein bereits ab dem ersten Tag, an dem er bei Euch ist, genauso wie ein bereits älterer Hund.
Nun könnt Ihr den Klicker zielgenau einsetzen. Euer Mops setzt sich - klick - Belohnung. Euer Hund legt sich - klick - Belohnung. Er geht manierlich neben Eurem Bein - klick - Belohnung.
Das Ganze verknüpft Ihr bald danach zeitgleich mit Anweisungen ("Sitz"/"Platz!"/"Fuß!" - oder was immer Ihr möchtet) und Handzeichen. Es müssen aber immer dieselben Wörter und Sichtzeichen sein.
Auch die üblicherweise beschriebenen Übungen zum Beibringen von "Sitz!" und "Platz!", in dem Ihr ein Leckerli entweder über den Mopskopf oder runter zu den Pfoten führt, kann mit Klickern verstärkt werden. Es ist auch möglich, manche Dinge mit Klicker und andere Dinge ohne Klicker beizubringen. Generell gilt: Klappt der erste Übungsschritt mit Klicker gut, dürft Ihr von Eurem Mops erwarten, dass er sein Verhalten einen kleinen Schritt mehr in Richtung "Perfektion" zeigt, bevor Ihr klickt + belohnt. Auf diese Weise wird das Zeigen von gewünschtem Verhalten in viele kleine Lernschritte unterteilt. Ist das Verhalten schließlich komplett da, gefestigt und automatisiert, braucht Ihr nicht weiter zu klickern, dann "sitzt" es!
Seid Ihr neugierig auf's Klickern geworden? Dann lest erst einmal weiter, bevor Ihr ans Werk geht. Wie Ihr Eurem Hund einzelne Kommandos gut getimed bei"klickert" und was vor allem auch bei älteren Hunden zu beachten ist, die bereits eine auf Strafe ausgerichtete Erziehung erlitten haben (sog. Cross-Over-Hunde), das erfahrt Ihr im Web z.B. unter www.clicker.de oder Ihr lest zum Beispiel...
- Pryor, K.: Clicker - positives Lernen für Hunde. Kynos-Verlag, 2002.
- Pietralla M., Schöning, Dr.vet.med. B.: ClickerTraining für Welpen. Kosmos, 2002.